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SQUAWK // A TRIP TO LOFOTEN

SQUAWK // A TRIP TO LOFOTEN

Nachdem die ganze Legs Of Steel-Crew letztes Jahr mit dem bisher größten Skifilmprojekt „Passenger“ beschäftigt war, stand für Paddy und mich fest, dass wir auch 2016 wieder einen Banger-Trip machen wollten: ab in den norwegischen Norden, ab auf die Lofoten!

// mit Paddy Graham und Sven Kueenle

Da es dort weder Heliskiing noch Lifte gibt, wussten wir, dass dieser Trip außergewöhnlich werden würde, zumal wir das Terrain vom Flugzeug aus erkunden wollten. Inspiriert von meiner Alaska-Reise im Jahr zuvor hatte ich extra dafür den Pilotenschein gemacht

Leider stellte sich heraus, dass es gar nicht so leicht werden würde, auf den Lofoten ein Flugzeug zu leihen. Im Internet gab es nichts, also rief ich sämtliche Flughäfen an, bis ich schlussendlich bei einem Fischer landete, der jemanden mit Flugzeug kannte. So lernte ich Ulf kennen, der zwar angesichts meiner geringen Flugerfahrung etwas besorgt war – sich aber nach einem gemeinsamen Probeflug bereit erklärte, mir seinen Flieger anzuvertrauen.

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Schon nach dem ersten Flug war die gesamte Crew völlig überwältigt von den Bergen und der unglaublichen Landschaft. Alles war weitaus beeindruckender, als wir es uns vorgestellt hatten.

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Das Flugzeug war zwar das perfekte Mittel, um nach guten Spots zu suchen, allerdings zeigte sich auch schnell, wie anstrengend es war, diese Stellen dann auch wirklich zu erreichen: In einer der entlegensten Gegenden entdeckten wir eine perfekte Location mit Nadelbäumen, Elchen und viel Wildnis. Um dorthin zu gelangen, mussten wir mit einem Boot abgesetzt werden, was aber aufgrund des flachen Wassers nur bei Flut möglich war. Das gesamte Equipment, inklusive Ski musste dann erst einmal stundenlang über Bäche und Sümpfe bis zur Schneegrenze geschleppt werden, bevor wir überhaupt die Felle aufziehen konnten.

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Bis wir alle Sachen an unseren Lagerplatz geschafft hatten, war der Tag bereits vorbei – ab hier ging der sportliche Teil des Skifahrens aber erst los! Dank der langen Polarsommertage konnten wir bei unglaublichem Licht bis spät in die Nacht hiken und abfahren.

Trotzdem: Die folgenden Tage waren die anstrengendsten Ski- und Filmtage, die ich in meiner Karriere bis dato erlebt hatte. Ausschließlich aus eigener Kraft absolvierten wir alle Aufstiege, um zu filmen und zu fotografieren, teilweise sogar mehrmals hintereinander. Wir waren in einer sehr abgelegenen Gegend und komplett auf uns gestellt, deshalb empfahl es sich, mit viel Bedacht an die Abfahrten heranzugehen. Eine ernste Verletzung hätte hier fatale Folgen gehabt. Nachdem wir alles „abgegrast“ und der absoluten Erschöpfung nahe waren, wurde es Zeit, wieder ins Tal aufzubrechen.

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Wir hatten mit unserem Bootsfahrer zum Höchststand der Flut am nächsten Morgen die Abholung vereinbart und verbrachten die letzte Nacht direkt am Ufer des Fjords – einer der schönsten Campingplätze meines Lebens. Völlig ausgelaugt, aber glücklich über die Erfolge der letzten Tage, genossen wir die letzten Stunden in der völligen Wildnis

Pünktlich zur Bootsfahrt hatte das Wetter gedreht und der Wind derart aufgefrischt, so dass diese ebenfalls ein kleines Abenteuer wurde. Doch Dank Seths Bootsführerkünste schafften wir es durchgeschüttelt, aber sicher ans Ufer. Die darauf folgende Woche war sehr durchwachsen, mit unbeständigem Wetter, was uns das Fliegen und auch das Filmen sehr erschwerte. Also nutzten wir die Zeit, um die Lofoten besser kennenzulernen.

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Dieser Trip war definitiv das Highlight des Jahres und trotz der körperlichen Anstrengungen flogen wir alle überglücklich nach drei Wochen wieder nach Hause

 

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